Die Stätte des heiligen Ägidius

Bis ins Mittelalter lag der Schleier der Geschichte über dem Kirchberg und dem Matronenstein. Dann erschien das Land als Zent Höchst der Herrschaft Breuberg. Die Zentweide lag als Allmende im südlichen Teil der Zent zwischen Mümling-Grumbach und der Weilbach. Die Flurnamen Zentberg und Zentwald der Gemarkung Mümling-Grumbach erinnern heute noch an jene Zeit. Die Zentallmende wurde als Weide benutzt. Hier hüteten Hirten der Zentorte ihr Vieh. Der Schutzpatron der Hirten war der heilige Ägidius, einer der 14 Nothelfer. Ihm erbauten sie, doch darüber fehlen die schriftlichen Beweise, eine Kapelle. Sie lag an der Stelle, wo vor Jahrhunderten Kelten und Römer und nach ihnen Germanen ihre Götter verehrt hatten. Von dem Missionar der Deutschen, dem heiligen Bonifatius, wird berichtet, daß er seine Kirchen an den Stellen zu errichten pflegte, an denen vor ihm heidnische Germanen ihrer Götter verehrt hatten. So mag es auch mit der keltischen Kultstätte auf dem heutigen Kirchberg gewesen sein. An den Schutzpatron der Hirten, den heiligen Ägidius, und seine Verehrung, erinnert noch heute die Kirchweih des Dorfes. Sie wird seit Jahrhunderten am ersten Sonntag im Monat September, dem Tag des heiligen Ägidius, gefeiert.